Donnerstag, 8. August 2013

[Rezension] Ashes: Tödliche Schatten - Ilsa J. Bick

Quelle: amazon.de
Preis: 19,99€
Verlag: INK
Seiten: 571
Bewertung: 3*
Originaltitel: Shadows
Weitere Bücher:
#1 Brennendes Herz
#3.1 Ruhelose Seelen
#3.2 Pechschwarzer Mond
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Klappentext:
Den verheerenden Anschlag auf die Welt hat die siebzehnjährige Alex überlebt, aber nun muss sie sich den schwerwiegenden Folgen stellen. In den Städten, die nicht zerstört wurden, rotten sich diktatorische Tyranneien zusammen, in denen sich menschliche Abgründe auftun. Außerhalb der Schutzwälle droht der sichere Tod. Denn dort lauern Horden Jugendlicher, die sich seit dem Unglück in bestialische Kannibalen verwandeln. Und schließlich bleibt noch die Ungewissheit, ob Alex selbst noch zu so einem Monster mutiert. Warum sind ausgerechnet sie und ein paar wenige Ausnahmen von dieser Verwandlung bisher verschont geblieben? (luebbe.de)

Zitate:
"Zum ersten Mal seit Wochen fühlte sie sich real; es gab kein anderes Wort, das besser beschrieb, wie sie sich fühlte. Als gäben seine Arme ihr nicht nur Halt, sondern auch Gestalt und verhinderten, dass sie auseinander fiel, in kleine Stücke zersprang."S.381 

"Ihre Stimme klang tonlos, wie ausgelaugt, kraftlos baumelten ihre Hände. Ein überwältigendes Gefühl der Niederlage schlug über ihr zusammen, wie dunkle Wogen, die einen hinaus aufs Meer ziehen, die einen ertränken. Was auf dasselbe hinauslief."S.383

Meine Meinung:
Ashes 2 hat es mir wirklich nicht leicht gemacht. Selten so ein anstrengendes Buch gelesen. Ich habe regelrecht damit gekämpft und so lange daran gelesen. Dabei hat mir Band 1 noch so gut gefallen. Aber erst mal von vorne.

Der Einstieg gestaltet sich als äußerst schwierig, da es nahezu keine Wiederholungen gibt, man viele der bereits aufgetauchten Personen aus Band 1 nicht mehr sofort zuordnen kann, gleichzeitig aber auch so viele neue Namen dazukommen, andere Gegebenheiten herrschen und sich die Umgebung konstant ändert. 

Die ständig wechselnden Sichten erschweren zusätzlich das Hineinkommen in die Geschichte und meiner Meinung nach, vor allem auch das Mitfiebern. Zwar schreibt Ilsa J. Bick wie gewohnt schonungslos brutal und nimmt kein Blatt vor den Mund; auch Spannung ist eigentlich durchgehend da, dennoch wird man immer an den entscheidenden Stellen aus dem Kapitel und in eine andere Perspektive geworfen.
Das soll einen eigentlich "anspornen" schneller zu lesen, ist aber kaum möglich, wenn man sich erst einmal wieder erinnern muss, wo und bei wem man sich gerade befindet und was einem vor zwei actionreichen Kapiteln aus einer anderen Perspektive, in dieser Perspektive eigentlich passiert ist. Ich brauchte immer eine ganze Weile und wurde so ziemlich oft, ziemlich unsanft aus dem Lesefluss gerissen. 

Es ist so ultraschwer, bei den ganzen Handlungssträngen, den Faden nicht zu verlieren und den Überblick zu behalten. Auch dadurch, dass die verschiedenen Perspektiven in einer unregelmäßigen Reihenfolge ablaufen, entsteht, zumindest an den Kapitelanfängen, Verwirrung. Weiterhin führt es auch zu Vergessen, wenn die eine Perspektive eine ganze Weile nicht erwähnt wird.

Es liegt vielleicht noch nicht mal so an den Perspektiven. Gäbe es auch ruhigere Teile beziehungsweise Sichten, wäre ein Wechsel mit Schockmomenten besser und einfacher zu verfolgen gewesen. Aber dadurch, dass man bei jedem Handlungsstrang so extrem aufpassen muss, gestaltet es sich als ungeheuer anstrengend und ist deshalb, in meinen Augen, etwas unglücklich gewählt. 

Generell finde ich es deshalb so ungünstig, weil es eine vollkommene Veränderung zum ersten Band darstellt. Es fand eine Verlagerung von einer Protagonistin auf mehrere statt, die viele Leser unglücklich machen könnte, da man sie liebgewonnen hat, einen ihr Schicksal interessiert und man über die anderen, wie hart sich das auch anhören mag, vielleicht gar nicht lesen will. Man sich anfangs eventuell sogar wünscht, die Kapitel aus anderen Sichten, überspringen zu können, um zu erfahren, was mit Alex los ist und wie es ihr geht. 

Die oftmals technischen Begriffe oder mathematisches, kompliziertes Denken haben meinen Enthusiasmus, was das Lesen dieses Buches betraf, noch dazu gemindert.

Ashes 2 ist vor allem für diejenigen anstrengend, die den letzten Teil vom ersten Band, der in Rule spielt, nicht so gut fanden oder ab da auch nicht mehr so aufmerksam gelesen haben. Selbst wenn man "Brennendes Herz" gerade erst gelesen hat, ist ein Register mit Namen und den wichtigsten Fakten unbedingt notwendig! Auch während dem Lesen hat sich das Aufschreiben neuer Charaktere und Entwicklungen als absolutes Muss für mich herausgestellt. 

Gegen Ende wird es besser, weil man natürlich irgendwaaaaaann dann doch in der Geschichte drin ist und die verschiedenen Handlungen geordnet in seinem Gehirn beziehungsweise fein säuberlich auf einem Blatt notiert hat. Dann wird es auch richtig emotional. Natürlich bleibt das Schicksal einiger Charaktere weiterhin unklar- gibt ja immerhin noch zwei Folgebände- dennoch empfand ich das Ende nicht direkt als gemeinen Cliffhänger.

Zwischen verschiedenen brutalen und manchmal auch lebensgefährlichen Szenen, erhält man auch Informationsfetzen zu den "Veränderten", eventuellen Auslösern und Rule. Oftmals muss man aber selbst wirklich nachdenken, um darauf zu kommen, denn Ilsa J. Bick gibt diese Hinweise nur versteckt.

In "Tödliche Schatten" gibt es weiterhin nervenaufreibende Handlung, die aber nicht unbedingt allzu notwendig für das Fortschreiten der Geschichte scheint. Nach dem Lesen bleibt, zumindest bei mir, nicht das Gefühl, dass viel Wichtiges passiert wäre.

Fazit: 
"Ashes: Tödliche Schatten" ist wie sein Vorgänger "Brennendes Herz" schon, keine locker leichte Lektüre für schöne Sommertage, sondern schonungslos brutal und spannend. Durch die Verlagerung von einer Protagonistin auf mehrere und die damit verbundenen vielen verschiedenen Perspektiven, ist es eher von der anstrengenden Sorte, die aufmerksames Lesen fordert, ja es geradezu voraussetzt. Das kann zu Problemen beim Hineinfinden in die Geschichte führen. Weiterhin machen die Perspektiven, besonders zu Anfang, ein Mitfiebern schier unmöglich und einem das Leben schwer. 
Vor dem Lesen sollte man definitiv noch mal die Namen aus dem ersten Band auffrischen und sich, sollte man schon beim letzten Teil des ersten Bandes Probleme gehabt haben, eventuell überlegen, ob man sich durch diesen noch hindurchkämpfen mag.

3/5

Kommentare:

  1. Sehr schöne und aufschlussreiche Rezi!! :)
    Ich möchte mich jetzt auch bald mal an Band 2 heranwagen, werde aber davor auf jeden Fall mal die Zusammenfassung auf der Verlagswebsite lesen, weil ich mich an den ersten Teil nicht mehr richtig erinnern kann... ;)

    Liebe Grüße, Selina

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    1. Sehr gute Idee! Hab ich auch gemacht, als ich dann so Probleme mit den ganzen Namen hatte..
      Ich hoffe dir wird es gefallen, aber viel Kraft und Durchhaltevermögen, falls dir die Perspektiven, wie mir, zu schaffen machen. :)

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