Sonntag, 10. März 2013

[Rezension] Die Selbstvergessenen - Anna Palm

Quelle:schwarzkopf-verlag.net
Preis: 14,95€ HC

Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf
Seiten: 259
Bewertung: 4*
Einzelband
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Inhalt:
Sofia hat sich in ihrem Leben mit ihrer großen Klappe schon oft in Probleme gebracht, eines Tages übertreibt sie es jedoch und wird von ihrer überforderten Mutter auf ein Internat für Problemkinder geschickt. Doch Hellenwald ist kein gewöhnliches Internat.- 
Sofia bekommt es mit zweihundert wunderschönen, aber seltsam teilnahmslosen Schülern zu tun...

Zitate:
Ich bin allein, inmitten geschliffener Diamanten ungeschliffen und zerkratzt.“ S.56

Cover:
Das Cover gefällt mir ehrlich gesagt nicht so wirklich. Der wolkenverhangene Himmel deutet zwar die nicht allzu rosige Stimmung in Hellenwald an und auch das Mädchengesicht mit zwei verschiedenen Augen lässt auf die merkwürdige Situation schließen, kann mich aber grafisch leider einfach nicht überzeugen.

Meine Meinung:
Dadurch dass Anna Palm bis vor Kurzem noch selbst im Teenager-Alter war, gelingt es ihr ausgezeichnet, ihre Charaktere authentisch darzustellen und ihnen eine Jugendsprache mit viel Witz zu verleihen.

Sofia ist ein sympathisches Mädchen, das darauf bedacht ist, sich für andere einzusetzen und für Gerechtigkeit zu sorgen, mit dem ich aber im echten Leben wohl nicht klar kommen würde, weil sie mit ihrer großen Klappe, das vollkommene Gegenteil zu mir darstellt. Sie denkt nicht nach und handelt meist etwas vorschnell, um anderen zu helfen, bringt sich damit aber immer wieder in Probleme.

Dem Leser wird Einblick in eine gut durchdachte Internatswelt gewährt. 
In Hellenwald geht es von Anfang an merkwürdig zu. 
Sofia trifft auf wunderschöne, aber auch teilnahmslose und wortkarge Menschen. 
Wenn die anderen Mitschüler mit ihr sprechen, nennen sie sie nur bei ihrem vollen Namen. 
Ihre Mitbewohnerin ist seltsam wechselhaft, manchmal verhält sie sich Sofia gegenüber freundlich und offen, dann aber auch wieder unhöflich und gemein. 
Neue Schüler, die anfangs bodenständig und normal wirken, verändern sich nach kurzer Zeit urplötzlich. 

Dadurch, dass der Prolog schon einiges verrät, konnte mich die Grundauflösung, wieso die Schüler von Hellenwald, sich so merkwürdig verhalten, nicht unbedingt überraschen. 
Endgültig aufgelöst und erklärt, wie es dazu kommt, wird erst nach und nach, doch auch davon war für mich nichts schockierend oder weltbewegend.
Da zumindest der Anfang größtenteils nur eine Beschreibung des Internats und seiner Bewohner ist, fehlte mir ab und an abwechslungsreiche oder tiefgründige Handlung.
Was aber nicht heißt, dass es Längen gibt, oder das Buch langweilig wird. 
Durch gute und auch witzige Dialoge, kommt keine Langeweile auf. Zum Ende hin, wird es auch noch einmal richtig spannend.

“Die Selbstvergessenen“ hat auch eine kleine Liebesgeschichte zu bieten, die zwar eher eine zweitrangige Rolle spielt, aber zeigt, was Liebe alles überbrücken kann und dass es sich lohnt, dafür zu kämpfen. 

Es ist wundervoll, wie die Autorin herausarbeitet, dass niemand perfekt ist und das auch gar nicht sein muss. 
Das macht das Buch zu etwas Besonderem und gibt ihm eine tolle Botschaft. 
Am Anfang jedes Kapitels sind zusätzlich Zitate aus Gedichten oder Songs abgedruckt. 

Am besten hat mir dieses von Goethe gefallen:
Hast du einen Menschen gern,
so musst du ihn versteh'n. Musst nicht
immer hier und da, seine Fehler seh'n.
Schau mit Liebe und Verzeih', denn am
Ende bist du selbst nicht fehlerfrei.“ S.255
Fazit:
“Die Selbstvergessenen“ ist durch den lockeren, sehr jugendlichen Schreibstil, schnell zu lesen und hat eine wundervolle Botschaft, die sich wirklich jeder zu Herzen nehmen sollte. 
Die Charaktere sind allesamt authentisch dargestellt und besonders gegen Ende kann das Buch mit Spannung überzeugen.


4/5

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