Mittwoch, 12. September 2012

[Rezension] Flammen über Arcadion - Bernd Perplies

Quelle: amazon.de
Preis: 19,99€ Hardcover
Verlag: Egmont LYX
Seiten: 519
Weitere Bücher der Reihe: 
#2 Im Schatten des Mondkaisers 
#3 Das geraubte Paradies
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"Niemand weiß genau, warum es damals geschah. Manche sagen, dass machtgierige Männer in Regierungssitzen der einstigen Supermächte die Schuld tragen. Andere glauben, dass es die Künstlichen waren, die sich gegen die Menschen erhoben haben. Und wieder andere behaupten, die Wissenschaftler hätten einen Maschinengeist erschaffen, der sich dann ihrer Kontrolle entzogen und die Katastrophe herbeigeführt hätte. All diese Erklärungsversuche stammen von bedauernswerten Seelen, die nicht begriffen haben, worum es wirklich ging." S.5



Klappentext:
Wenn das Licht den Tod bringt, musst du in die Schatten fliehen.
Die sechzehnjährige Carya lebt mit ihren Eltern in Arcadion, einer der wenigen Zufluchtsstätten in einer öden, verwüsteten Welt. Doch das scheinbare Paradies, über das der religiöse Orden des Lux Dei herrscht, wird von Angst und Irrglaube beherrscht. Als der Geliebte ihrer besten Freundin von der Inquisition festgenommen wird, lässt sich Carya zu einer verzweifelten Tat hinreißen, um ihn vor der Folter zu retten. Doch damit gerät sie selbst ins Fadenkreuz der Inquisitoren. Ihre einzige Hoffnung ist der junge Templersoldat Jonan, der für Carya sein Leben aufs Spiel setzt... (Quelle: egmont-lyx.de)
Cover:
Das Cover finde ich richtig schön. Es passt einfach so wundervoll zum Titel und der Geschichte, die Flammen und Rauchschwaden über einer Stadt, die Arcadion sein könnte. Auch die Rose, die zu Asche zerfällt, ergibt Sinn, wenn man das Buch liest. Es ist so gut gewählt. Es gefällt mir nach dem Lesen sogar noch besser, als davor. Einige der Aschestücke sind erhoben, ebenso wie die Schrift. Wenn man das Buch aufschlägt, begegnet man einer weiteren Überraschung. Auf den Innenseiten wurde jeweils ein farbiges "Gemälde" abgedruckt, wie es Bernd Perplies ausdrückte. Jedenfalls hab ich das noch nie so gesehen und es ist auf jeden Fall etwas Besonderes. Auch die Namen der Protagonisten finde ich schön außergewöhnlich und gut gewählt.

Inhalt:
Carya lebt in Arcadion, einer Stadt, die auf den Ruinen Roms erbaut wurde. Nach dem Sternenfall bot der Lux Dei, ein religiöser Orden, allen Bewohnern Schutz. Davon ausgenommen sind die Invitros, auch die Künstlichen genannt

"Gewisse Leute glaubten, dass man die Künstlichen an ihrer Kopfform erkennen konnte, die sich angeblich von der natürlich geborener Menschen unterschied, die als Babys den Geburtskanal im Mutterleib hatten passieren müssen. Andere behaupteten, sie würden anders riechen als normale Menschen. Tatsächlich gab es - soweit Carya das wusste - nur eine verlässliche Methode, einen Invitro zu erkennen: Sie besaßen keinen Bauchnabel, da sie während der Entwicklung nicht über eine Nabelschnur mit der Mutter verbunden gewesen waren, sondern ihre Versorgung mit Nährstoffen von Maschinen geregelt worden war." S.11


und Mutanten. Diese werden von der Regierung nicht so gerne gesehen und sogar hingerichtet oder sind gezwungen, außerhalb des Stadtwalls zu leben. Carya hatte eigentlich nie Anlass, an der Regierung zu zweifeln, sie geht sogar jede Woche artig zur Templerjugend, bis ihre Freundin Rajael, die schon seit Längerem an dem Lux Dei zweifelt, und sie, mit eigenen Augen sehen, wozu die Regierung fähig ist, nachdem die Inquisition Rajaels Geliebten Tobyn gefangen nimmt, und Carya sich dazu verpflichtet fühlt, zu handeln. Das zieht aber natürlich schwerwiegende Folgen mit sich und bringt Carya und auch ihre Eltern in große Gefahr. Doch dann schlägt sich überraschenderweise der Templersoldat Jonan auf ihre Seite und sie begeben sich auf eine aufregende Reise..

Meine Meinung:
Am Anfang konnte mich das Buch noch nicht so fesseln. Ich brauchte etwas Zeit um reinzufinden. Es war zwar ganz nett, aber da es nicht in der Ich-Form geschrieben ist, war ich glaub ich einfach nicht sofort in der Geschichte drin. Es gibt einen Perspektivenwechsel, den ich durchaus gut finde, weil abwechselnd über Carya und Jonan erzählt wird. Ich war nie verwirrt und wusste eigentlich auch immer, wer gerade berichtet. Dadurch war eine Ich-Erzählung aber wahrscheinlich einfach nicht wirklich umsetzbar. Ich finde diese viel ansprechender, weil man sich besser in die Charaktere hineinversetzen kann, aber es können ja nicht alle Bücher so geschrieben werden ;)

Es kommen einige neue Begriffe vor, mit denen die neue Regierung und die Templergarde erklärt wird und an die man sich erstmal gewöhnen muss. Schade fand ich, dass nicht viel über die vergangenen Jahre, den Krieg und den Sternenfall berichtet wird. Falls ich das jetzt nicht überlesen habe, wurde das nur kurz am Anfang in Caryas Aufsatz erwähnt.

Es ist keine typische Distopie. Manchmal kommt es einem auch vor, als spiele die Geschichte in der Vergangenheit, da zum Beispiel Kutschen vorkommen. Es gibt zwar auch neue Technologie und am Ende werden Computer in der Vergangenheit erwähnt, aber sonst hatte ich eigentlich die meiste Zeit das Gefühl, dass der Roman in der Vergangenheit spielt.

Ab Kapitel 11 konnte es mich dann aber richtig fesseln. Handlung folgt auf Handlung, in jedem Kapitel passiert etwas Neues. Ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Die Flucht ist aber anfangs nicht wirklich hektisch und aufregend. Carya und Jonan stehen noch ewig rum und diskutieren darüber, warum Jonan ihr helfen will und man denkt einfach nur "Lauft endlich, lauft!"

Aber als sie dann fliehen und Pitlit, einen 13 jährigen Straßenjungen mitnehmen, der auch noch Humor mitbringt, hat es mir super gut gefallen. Die Charaktere sind wirklich klasse. Besonders Pitlit ist mir echt ans Herz gewachsen. Carya macht eine große Entwicklung mit und auch Jonan bricht aus seiner geschützten Templerposition aus.
Die Liebesgeschichte steht bei all dem Trubel eher im Hintergrund, aber vielleicht bekommen wir davon ja in den nächsten Teilen mehr zu bieten.
Der Autor baut außerdem noch einen weiteren wirklich interessanten Aspekt, der Caryas Herkunft und Fähigkeiten betrifft, ein.

Das Ende hat mir leider wieder nicht so gut gefallen. Es lief alles so glatt, ohne Komplikationen und im Vergleich zu den vorherigen Kapiteln, ist da einfach viel weniger passiert und auch die Spannung ließ meiner Meinung nach, nach. Das lag aber auch etwas an meiner Einstellung und dem Gedanken an die Fortsetzung.
Positiv ist aber noch zu sagen, dass es keinen Cliffhänger gibt, man zwar schon mit Fragen zurückgelassen wird, aber durchaus auf den nächsten Teil warten kann.

Fazit:
Tolle Charaktere, spannender Mittelteil, aber meiner Meinung nach leider ein eher magerer Anfang und ein zu glattes Ende. Ich hoffe darauf, dass mich die folgenden Bände mehr überzeugen können.


3/5

Kommentare:

  1. Mh.. Jetzt weiß ich gar nicht mehr so genau ob ich es noch lesen werde...

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    1. Es gibt schon so viele gute Rezensionen. Nicht zu sehr auf meine achten ;)

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